Kulturdenkmale in Korneuburg

Objekt NR. 26

Ehem. Augustinerkloster

Das Augustinerkloster (Orden der Augustiner-Eremiten) wurde im Jahr 1338 von Herzog Otto dem Fröhlichen gegründet, der die bestehende Gottesleichnamkapelle (Blut-Christi-Kapelle) in ein Kloster umwandelte. Diese Kapelle war 1305 als Folge eines Judenpogroms entstanden. Wegen angeblichen Hostienfrevels waren mehrere jüdische Männer und Frauen gelyncht worden. Anstelle des jüdischen Hauses, in dem die angeblich geschändete und daher blutende Hostie aufgefunden wurde, entstand die Kapelle. Um die als wundertätig geltende Bluthostie entstand ein lebhafter und für die Kirche einträglicher Wallfahrtsbetrieb. Obwohl eine offizielle Untersuchung erwies, dass es sich um einen inszenierten Betrug der Bürger und des Klerus der Stadt handelte, wurde die Legende vom „Hostienfrevel“ Jahrhunderte lang erzählt und dargestellt. So entstand im 17. Jahrhundert ein Zyklus von zwölf großen Tafelbildern zur Wiederbelebung der Verehrung der „Wunderhostie“. Elf Bilder sind noch erhalten und befinden sich im Korneuburger Stadtarchiv.
Das Kloster wurde 1808, durch kaiserlichen Beschluss aufgehoben. In der Folgezeit diente es militärischen und administrativen Zwecken, seit 1918 werden die Räume als Wohnungen, Werkstätten und Vereinslokale genutzt.

Augustinian Monastery
Founded in 1338 by Duke Otto, the Cheerful, and dissolved 480 years later in 1808 by Imperial order, the Augustinian Monastery occupied a building originally known as the Blood of Christ Chapel. The Chapel marked the site of an early pogrom against Jewish citizens, who had allegedly committed an act of sacrilege involving the Host or wafer taken at Catholic Mass (Hostienfrevel). Several Jewish men and women were lynched and the Chapel was built in 1305 where their house had stood. Though an investigation revealed the plot as a clerical fraud, the Hostienfrevel legend took on a life of its own as a site of pilgrimage, and a profitable one at that for the Church. A cycle of 12 panel paintings from the 16th century still bears testimony in the town archive. After the monastery's closure, 14 Stockerauer Strasse served military and administrative functions, but since 1918 the rooms have been dwellings, workshops and club premises.

Texte © Stadtgemeinde Korneuburg

 

Ein Projekt des Lions-Club Kreuzenstein, http://www.lions.at/kreuzenstein/

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